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Vorwort zu "FLOW YOGA" von Alexander Radszun

 

Freudige Anstrengung

Beate Cuson schreibt also ein Buch über Flow Yoga, Vinyasa Yoga, wie auch immer man es nennen will. Eben über das, was sie seit vielen Jahren lehrt, anleitet, entwickelt, unterrichtet. Und wovon ich seit fünf Jahren profitiere.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in ihr Moveo Studio kam. Ich hatte knochenbrechende Sportarten hinter mir, wollte weg vom Martialischen, wollte meditieren, wollte meinen Zorn verlieren, transformieren.

 

 

Hab' auch Yoga als Kampf begonnen, natürlich gleich bei den Fortgeschrittenen. Anstrengung. Vorbeuge auf einem Bein. Stehender Spagat. Ging nicht. Hab' mich reingequält in die Positionen. Alles tat weh. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich Beate verstand, bis ich Yoga verstand. Was den Körper befreit, statt ihn zu quälen. Und den Geist. Klar.
Es gibt nichts Besseres als die persönliche Anleitung durch einen kompetenten Lehrer. Aber jetzt ein Buch? Wie kann man solche komplexen Strukturen zu Papier bringen? Lebendigkeit aufgeben zugunsten technisch steifer Formulierungen? Wie bitte lassen sich Beates ermutigende Art, der spielerische Aufbau, ihre fröhliche Konzentration, auf dem Papier verbinden mit der Tiefe und Ernsthaftigkeit ihrer Arbeit? Wo ist die Schrift-Sprache der ganz eigenen Art zum Aufspüren körperlicher Grenzen, zum Öffnen und Erforschen unbekannter Räume ohne Blut, Schweiß und Tränen, für entspannte Anstrengung, Gefühl und Kraft - nicht Härte?
Beate Cuson hat diese Sprache gefunden, und ich kann neu entdecken, was ich bei ihr gelernt habe oder noch nicht gelernt habe. Oder in meiner buddhistischen Praxis noch dabei bin zu lernen: einfach da zu sein, einsgerichtet, aufmerksam, mich in das hineinzuatmen, hineinzuentspannen, was gerade geschieht.
In meiner Arbeit als Schauspieler kann ich nur in dem Maße Leben darstellen, wie es gelingt, auf Herausforderungen nicht mit Anspannung zu reagieren. Es ist so wichtig, geradezu entscheidend, in der Bewegung, in der Anstrengung durchlässig zu bleiben. Bei hoher Konzentration und Präzision die eigenen Konzepte offenzuhalten und den Atem fließen zu lassen ist eins. Dann kann ich den Augenblick erfahren und mit ihm spielen.
Darauf neugierig zu werden und das zu lernen, dazu leistet dieses Buch einen wichtigen Beitrag.
Vielen Dank Beate.

Berlin, 6. Mai 2007 - Alexander Radszun